Der Sonnengruß

In fast allen Kulturen der Erde wurde die Sonne als Gottheit verehrt, der Kosmos und Menschen ihr Dasein verdanken. Die Weisen des alten Indiens brachten ihre Ehrfurcht vor der Sonne, dem Symbol des kosmischen Bewusstseins, dadurch zum Ausdruck, indem sie sich bei ihrem ersten morgendlichen Erscheinen vor ihr verneigten. Noch heute stellt die Verehrung der Sonne in vielen Teilen Indiens ein tägliches Ritual dar, um dem Ursprung von Schöpfung und Leben Achtung entgegen zu bringen.

Surya Namaskar, der Sonnengruß, ein Übungszyklus von zwölf ineinander gehenden Bewegungen, gehört mit Sicherheit zu einem der ältesten Übungsriten des Yoga. Dieser Gruß ist eine Huldigung an die Sonne, der Haupt-Lebens-Quelle. Wesentlich am Sonnengruß ist die starke Verbindung von körperlicher und geistiger Übung. Durch den Sonnengruß wird die Beziehung des Menschen zum Körper hergestellt. Surya Namaskar kann dem Übenden die Wechselwirkungen zwischen seinem Körper und den Vorgängen in seinem Geist, insbesondere in seinem Lebensgefühl bewusst machen. Wird dieses Sonnenritual bewusst und konzentriert ausgeführt, wird es dem Übenden möglich, die Verbindung zur Sonne, zur Schöpfung und zu sich selbst als Teil dieser lebensspendenden Kraft zu erleben, weil man sich wieder im Dialog mit seinem Körper befindet.

Surya Namaskar vermittelt Energie und Lebensfreude, wirkt dem Alterungsprozess entgegen und stellt damit einen wertvollen Jungbrunnen dar. Die Erklärung von der starken Wirkung Surya Namaskars auf die physische und psychische Verfassung des Menschen kann man vielleicht darin finden, dass sie das Resultat menschlicher Erfahrung durch Hunderte von Generationen ist.

„Licht?
Du musst nur aus dem Schatten heraustreten, dann erblickst du es.“

Hermann Hesse

Presse

Ingrid Ramm-Bonwitt: Der Sonnen-grüß. Den Körper straffen auch Yoga.
Yoga Aktuell, n°43, 2007

Details

Verlegt bei Schirner Verlag, 2006
348 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen
Einige Ausgaben sind noch bei der Autorin auf Anfrage erhältlich.